Caltagirone, oft auch „Stadt der Keramik“ genannt, ist ein atemberaubendes UNESCO-Weltkulturerbe, das sich in den Erei-Bergen auf Sizilien erhebt. Die Stadt ist berühmt für ihre farbenprächtige Majolika, ihre barocke Architektur und ihre ikonische Treppe.
Geschichte & Beschreibung: Die Geschichte Caltagirones ist eng mit der Keramik verbunden. Der Name stammt vom arabischen Qal’at al-Ghiran („Krugburg“) und verweist auf die einstige Bedeutung der Stadt als Zentrum der Töpferei.
Antike Wurzeln: Bereits in prähistorischer Zeit besiedelt, erlebte Caltagirone unter arabischer Herrschaft (die fortschrittliche Glasurtechniken einführten) und später unter Normannen und Aragonesen eine Blütezeit.
Das Erdbeben von 1693: Ein gewaltiges Erdbeben zerstörte große Teile der Stadt und führte zu ihrem Wiederaufbau im sizilianischen Spätbarockstil, der sie bis heute prägt.
Stadtbild: Die Stadt ist in eine Ober- und eine Unterstadt unterteilt, die durch die berühmte Scalinata di Santa Maria del Monte verbunden sind – eine Treppe mit 142 Stufen, deren einzelne Stufen jeweils mit einzigartigen Keramikfliesen verziert sind.
Typische Speisen: Caltagirone bietet eine Mischung aus herzhaften Aromen der Bergregion und feinem Gebäck.
Cuddureddi: Ringförmige Kekse gefüllt mit Honig, Mandeln und Orangenschalen – eine lokale Spezialität, die oft zu Festen zubereitet wird.
Maccuverde: Eine traditionelle grüne Bohnensuppe mit wildem Fenchel und Zwiebeln.
Ricotta Salata: Diese gesalzene, gereifte Ricotta ist ein Grundnahrungsmittel der Region und wird als Topping für lokale Pastagerichte wie Pasta alla Norma verwendet.
Cubaita: Ein knuspriges Nougat aus Kichererbsen oder Sesamsamen und Honig, das den arabischen Einfluss der Stadt widerspiegelt.
Aktivitäten & Feste: Die Treppe hinaufsteigen: Ein Spaziergang auf der Scalinata ist ein Muss. Sie erzählt die Geschichte der sizilianischen Keramik über die Jahrhunderte.
Die „Illuminata“ (24.–25. Juli): Zum Fest des Heiligen Johannes des Täufers wird das gesamte Treppenhaus mit 4.000 Öllampen erleuchtet und bildet so einen riesigen, leuchtenden Lichterteppich.
La Rusedda (31. Mai): Ein Umzug geschmückter sizilianischer Wagen und Traktoren zu Ehren der Madonna.
Museumsbesuch: Besuchen Sie das Regionale Keramikmuseum und bewundern Sie Artefakte von der Vorgeschichte bis zur Gegenwart.
Einkaufen: Sie sollten unbedingt ein Keramikstück mitnehmen. Halten Sie Ausschau nach folgenden Stilen:
Teste di Moro (Mohrköpfe): Ornamentale Vasen in Kopfform, inspiriert von einer düster-romantischen sizilianischen Legende.
Pigne (Pinienzapfen): Symbole für Glück, Fruchtbarkeit und Wohlstand, oft in leuchtenden Grün- und Gelbtönen.
Besondere Sehenswürdigkeiten: Entlang der Hauptstraße (Via Roma) reihen sich Geschäfte aneinander. Kunsthandwerksläden wie Verus oder Ceramiche Sofia sind bekannt für ihre hochwertigen, handbemalten Meisterwerke.
Natur
Caltagirone ist von einer rauen, malerischen Landschaft umgeben.
Bosco di Santo Pietro: Ein Naturschutzgebiet, etwa 20 km vom Zentrum entfernt. Es ist eines der wenigen verbliebenen Fragmente der alten sizilianischen Korkeichenwälder. Es bietet Wanderwege und eine Wildtierauffangstation.
Stadtgarten (Villa Comunale): Dieser im 19. Jahrhundert angelegte Park gilt als einer der schönsten Italiens. Er besticht durch seine mit Keramik verzierten Balustraden, Brunnen und einen Musikpavillon.