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Lampedusa ist die größte der Pelagischen Inseln und liegt auf dem afrikanischen Kontinentalschelf. Geografisch näher an Tunesien als an Sizilien gelegen, ist sie ein Ort, an dem italienische Kultur auf eine raue, nordafrikanische Landschaft trifft und so eine einzigartige Atmosphäre von unberührter Schönheit schafft.

Geschichte: Ein mediterraner Knotenpunkt
Die Geschichte Lampedusas ist geprägt von ihrer strategischen Isolation.

Antike Basis: Die Insel diente den Phöniziern, Griechen und Römern als Seestützpunkt. Die Römer nutzten die Insel bekanntermaßen zur Herstellung von Garum (einer begehrten fermentierten Fischsauce).

Die Tomasi-Dynastie: Jahrhundertelang war Lampedusa das Lehen der Familie Tomasi (derselben Familie, die den berühmten Roman „Der Leopard“ inspirierte).

Maltesischer und Bourboneneinfluss: Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die Insel hauptsächlich von maltesischen Bauern bewohnt. 1843 gründete der Bourbonenkönig Ferdinand II. eine ständige Kolonie, die 1860 schließlich dem Königreich Italien beitrat.

Heutzutage: Die Insel ist heute ein erstklassiges Touristenziel und weltweit bekannt als erster Anlaufpunkt für Migranten, die das Mittelmeer überquerten – eine Rolle, die durch das Denkmal „Tor zu Europa“ gewürdigt wird.

Beschreibung & Natur: Die Insel ist ein Kalksteinplateau, das sich durch seine karge, trockene Schönheit, dramatische Klippen und kristallklares Wasser auszeichnet.

Spiaggia dei Conigli (Kaninchenstrand): Diese geschützte Bucht, die oft zum schönsten Strand der Welt gewählt wird, besticht durch flaches, türkisfarbenes Wasser und weißen Sand.

Tierwelt: Sie ist einer der wenigen Orte in Italien, an denen Unechte Karettschildkröten (Caretta caretta) regelmäßig nisten. Mit etwas Glück können Sie auch den Algerischen Psammodromus (eine in Italien ausschließlich vorkommende Eidechse) und die flügellose Heuschrecke Pamphagus ortolaniae beobachten.

Meeresleben: Die Gewässer sind ein Hotspot der Artenvielfalt. Delfine können Sie das ganze Jahr über beobachten, und im Spätwinter (Februar/März) ziehen Finnwale auf ihrer Jagd durch das Gebiet.

Typische Speisen: Aromen des Meeres
Die Küche Lampedusas vereint sizilianische Tradition mit lokalen Meeresfrüchten.

Fischcouscous: Anders als die nordafrikanische Variante mit Fleisch wird dieser Couscous traditionell mit einer reichhaltigen, würzigen Fischbrühe serviert.

Kapernspezialitäten: Kleine, hocharomatische Kapern wachsen hier wild. Probieren Sie sie in Salaten oder als „Kapern-Panna-cotta“ – eine lokale Gourmet-Überraschung.

Pasta Lampedusas: Oft serviert mit Kirschtomaten, wildem Fenchel und fangfrischem Fisch wie Bernsteinmakrele oder Schwertfisch.

Süßigkeiten: Verpassen Sie nicht Mustazzola (gewürzte Kekse) oder die klassischen sizilianischen Cannoli und Cassata.

Aktivitäten
Bootstouren: Dies ist die beste Art, die Insel zu erkunden. Die meisten Touren beinhalten eine Fahrt mit einem „Flugboot“ in La Tabaccara. Das Wasser ist dort so klar, dass die Boote scheinbar in der Luft schweben.

Schnorcheln & Tauchen: Erkunden Sie die Unterwasserstatue der „Madonna“ oder tauchen Sie am Capo Ponente, um versunkene Wracks zu entdecken.

Schildkröten-Auffangstation: Besuchen Sie die lokale, vom WWF betriebene Station und beobachten Sie, wie gerettete Meeresschildkröten aufgepäppelt werden.

Sonnenuntergang am Capo Ponente: Die westlichste Spitze der Insel bietet die spektakulärsten Sonnenuntergänge über den Klippen des Mittelmeers.

Feste
Fest des Heiligen Bartholomäus (24. August): Das Fest des Inselpatrons wird mit traditionellen Lagerfeuern, Spielen und Feuerwerk gefeiert.

Madonna von Porto Salvo (22. September): Das Fest der tief empfundenen Madonna. Die Statue der Madonna wird in einer Prozession zu Land und zu Wasser getragen, um die Fischer der Insel zu beschützen.
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