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Roero ist einer der bezauberndsten Geheimtipps des Piemont. Am linken Ufer des Flusses Tanaro, nördlich von Alba gelegen, besticht es durch seine raue Schönheit, alte Burgen und einige der besten Weine Italiens. Obwohl es oft im Schatten seines berühmten Nachbarn, der Langhe, steht, bietet Roero eine wildere und abwechslungsreichere Landschaft, die ihm 2014 einen Platz auf der UNESCO-Welterbeliste einbrachte.

Geschichte: Die Region verdankt ihren Namen der Familie Roero, einem mächtigen Adelsgeschlecht aus Asti, das das Gebiet vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert beherrschte.

Geologische Entstehung: Vor Millionen von Jahren war Roero ein Binnenmeer. Auch heute noch ist der Boden reich an Meeresfossilien und Sand, was den lokalen Weinen ihre charakteristische Eleganz und ihr aromatisches Flair verleiht.

Feudalzeit: Dank seiner strategischen Lage zwischen den rivalisierenden Städten Alba und Asti sind die Hügel von Wehrtürmen und Burgen gekrönt (wie beispielsweise in Monticello, Magliano Alfieri und Guarene), von denen viele heute für die Öffentlichkeit zugänglich sind.

Natur & Landschaft: Im Gegensatz zu den geordneten, mit Monokulturen bepflanzten Hügeln des Barolo präsentiert sich die Landschaft des Roero als ein Mosaik aus Weinbergen, Obstgärten und dichten Wäldern.

Le Rocche (Die Klippen): Dies ist die markanteste Naturattraktion – ein 12 km langer Abschnitt mit dramatischen Sandklippen, zerklüfteten Schluchten und mondähnlichen Canyons, entstanden durch die Erosion des Flusses Tanaro.

Biodiversität: Der sandige Boden bietet Lebensraum für über 1.100 Pflanzenarten und dient als Lebensraum für Honigbienen und seltene Schmetterlinge.

Typische Speisen & Weine
Roero ist ein wahres Paradies für Feinschmecker, dessen Küche aristokratische Tradition und rustikale Landwirtschaft vereint.

Weine: Roero Arneis DOCG (der „weiße Barolo“, blumig und frisch) und Roero DOCG (Rotwein, aus 100 % Nebbiolo-Trauben).

Pasta: Tajarin (dünne Eiernudeln) mit über 30 Eigelb und Agnolotti del Plin (kleine, gepresste Ravioli).
Spezialitäten: Canale-Pfirsiche, Madernassa-Birnen und die weltberühmten weißen Trüffel aus Alba.
Hauptgerichte: Coniglio all'Arneis (in Weißwein geschmortes Kaninchen) und Brasato (in Rotwein geschmortes Rindfleisch).
Haselnüsse: Die Tonda-Gentile-Haselnuss, die in Gianduja-Schokolade und lokalen Kuchen verwendet wird.

Aktivitäten
Wandern & Radfahren: Erkunden Sie den Roero-Wanderweg (S1), eine 40 km lange Route durch die Rocche, oder die Romantische Straße von Langhe und Roero, die Panoramablicke verbindet.

Weinprobe: Besuchen Sie die Enoteca Regionale del Roero in Canale oder kleine, familiengeführte Weingüter („Ciabòts“) für eine Weinprobe.

Trüffelsuche: Im Herbst können Sie sich einem Trüffelsucher („Trifolao“) und seinem Hund auf die Suche in den feuchten Wäldern anschließen.

Große Bänke: Erklimmen Sie die riesigen „Großen Bänke“ (wie in Vezza d’Alba oder Canale) und genießen Sie den malerischen Blick über die Täler.

Festivals
Käsefest (Bra): Findet alle zwei Jahre im September statt und ist das weltweit wichtigste Festival für handwerklich hergestellten Käse.

Weiße Trüffelmesse Alba: Von Oktober bis Dezember ist dies das wichtigste Ereignis der Region.

Vinum (Alba): Eine große Weinprobe unter freiem Himmel Ende April/Anfang Mai.

Cantè j’euv: Ein alter Brauch in der Fastenzeit, bei dem singende Gruppen von Bauernhof zu Bauernhof ziehen, um Eier zu erbitten.

Tipp: Wenn Sie im Mai kommen, sollten Sie das Pfirsichblütenfest in Canale besuchen. Dann erstrahlt das ganze Tal in einem rosafarbenen Blütenmeer.
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