Reggello ist ein verstecktes Juwel, das die perfekte Mischung aus Höhenluft und den typischen sanften Hügeln der Toskana bietet. Nur 35 km südöstlich von Florenz gelegen, dient es als Tor zum berühmten Wald von Vallombrosa.
Geschichte: Reggello hieß ursprünglich Castelnuovo della Pieve di Cascia. Seine strategische Lage am Schnittpunkt der Cassia Vetus (der alten Römerstraße, heute Setteponti genannt) und der Wanderwege des Casentino-Tals machte es zu einem geschäftigen Marktplatz.
Florentinischer Einfluss: Gegen Ende des 14. Jahrhunderts wurde das Gebiet zu einem befestigten Außenposten der Florentiner Republik.
Namensänderung: 1773 benannte Großherzog Pietro Leopoldo die Gemeinde in Reggello um, abgeleitet von „rege“, was auf alte langobardische Königsbesitzungen verweist.
Spirituelle Wurzeln: Die Entwicklung der Region ist eng mit den Benediktinermönchen von Vallombrosa verbunden, die jahrhundertelang die Wälder und die Landwirtschaft der Gegend bewirtschafteten.
Beschreibung & Hauptattraktionen
Reggello liegt auf einer Höhe von etwa 390 Metern und bietet einen weiten Blick über das Arnotal. Der Ort zeichnet sich durch seine Steinarchitektur, terrassenförmig angelegte Olivenhaine und tiefgrüne Wälder aus.
Abtei Vallombrosa: Ein majestätisches Benediktinerkloster aus dem 11. Jahrhundert. Es ist berühmt für seine friedvollen Kreuzgänge und sein „Experimentelles Arboretum“ mit Tausenden von Baumarten.
Castello di Sammezzano: Eines der beeindruckendsten Beispiele maurisch-orientalischer Architektur in Italien. Da es sich in Privatbesitz befindet, sind Besichtigungen im Inneren selten, doch der umliegende Park mit seinen riesigen Mammutbäumen ist ein unvergesslicher Anblick.
Masaccio-Museum: Hinter der Pfarrkirche San Pietro a Cascia gelegen, beherbergt es das San-Giovenale-Triptychon, das erste bekannte Werk des Renaissance-Meisters Masaccio.
Typische Speisen
Reggello ist weltberühmt für sein natives Olivenöl extra, das sich durch seine besonders niedrige Säure und den pfeffrigen Abgang auszeichnet, der durch die Höhenlage der Olivenhaine entsteht.
Das „Dreiklang der Aromen“: Lokal angebaute Zolfini-Bohnen (hellgelb, dünnhäutig), rosa Kichererbsen (Cecino Rosa) und das berühmte Olivenöl.
Toskanische Klassiker: Hier finden Sie typische Gerichte wie Ribollita (Brot-Gemüse-Suppe), Bistecca alla Fiorentina und Crostini Neri (Hühnerleberpastete auf Brot).
Köstlichkeiten aus dem Wald: Im Herbst wechseln die Speisekarten hin zu Kastanien, Steinpilzen und Wildschwein.
Natur & Aktivitäten
Die Natur hier ist beeindruckend und reicht von den Balze del Valdarno (gelben Lehmschluchten) bis zum dichten Pratomagno-Gebirge.
Wanderung zum „König“: Im Wald von Vallombrosa steht der höchste Baum Italiens – eine Douglasie mit über 62 Metern Höhe.
Outdoor-Sport: Der Wald von Sant’Antonio bietet ausgedehnte Wege zum Mountainbiken und Reiten.
Shopping: Für ein etwas anderes „Naturerlebnis“ lockt das nahegelegene Luxus-Outlet „The Mall“ in Leccio Modebegeisterte aus aller Welt an.
Feste:
Rassegna dell’Olio Extravergine d’Oliva (Ende Oktober/Anfang November): Das größte Fest der Stadt, bei dem das „grüne Gold“ mit Verkostungen, Ölmühlenbesichtigungen und Märkten gefeiert wird.
Ausstellung von Holzhandwerk (Tosi): Sie spiegelt die Tradition der Möbelherstellung in der Region wider, bei der Holz aus den Wäldern von Vallombrosa verwendet wird.
Sagra del Fungo (Pilzfest): Findet oft im Spätsommer/Frühherbst in den umliegenden Weilern wie Tosi oder Saltino statt.