Albissola Marina in der Provinz Savona ist eines der lebendigsten Kunstzentren an der ligurischen Küste. Die oft als „Stadt der Keramik“ bezeichnete Stadt vereint auf perfekte Weise ihre Geschichte als mediterranes Fischerdorf mit einer dynamischen, avantgardistischen Kunstszene.
Geschichte
Die Geschichte von Albissola Marina ist untrennbar mit Ton verbunden.
Römische Wurzeln: In der Antike als Alba Docilia bekannt, legen archäologische Ausgrabungen in der Nähe des Bahnhofs noch heute die Ruinen einer römischen Villa frei.
Der Keramikboom: Ab dem 15. Jahrhundert nutzte die Stadt die lokalen roten Tonvorkommen, um zu einem bedeutenden Majolika-Produzenten zu werden.
Avantgarde-Zentrum: Im 20. Jahrhundert wurde die Stadt zu einem Anziehungspunkt für berühmte Künstler wie Lucio Fontana, Asger Jorn und Wilfredo Lam. Diese Künstler arbeiteten mit lokalen Töpfermeistern zusammen und machten Albissola zu einem weltbekannten Zentrum für zeitgenössische Keramikkunst.
Beschreibung & Atmosphäre
Die Stadt ist in zwei Teile gegliedert: das historische Zentrum (Centro Storico) mit seinen engen Gassen („Caruggi“) und Handwerksbetrieben und die moderne, breite und sonnige Uferpromenade. Sie verströmt ein elegantes und zugleich entspanntes Flair wie ein Künstlerresort, wo an jeder Ecke ein Mosaik oder eine Skulptur zu finden ist.
Typische Speisen
Die ligurische Küche konzentriert sich auf frische Meeresfrüchte und die drei Säulen der Region: Öl, Basilikum und Mehl.
Farinata: Ein herzhafter, dünner Pfannkuchen aus Kichererbsenmehl, Wasser und Olivenöl, gebacken im Holzofen.
Pesto alla Genovese: Wird stets zu Trofie- oder Trenette-Nudeln serviert, oft auch mit grünen Bohnen und Kartoffeln.
Focaccia: Neben der klassischen, öligen Variante gibt es in vielen Bäckereien auch die dünne, mit Käse gefüllte Focaccia di Recco.
Fisch & Meeresfrüchte: Probieren Sie Buridda (einen langsam gegarten Fischeintopf) und frische Sardellen, die auf verschiedene Arten zubereitet werden (mariniert, gebraten oder gesalzen).
Macachi: Das sind typische Keramikfiguren für Krippenszenen. In der Weihnachtszeit findet man hier auch Süßigkeiten, die ihnen nachempfunden sind.
Aktivitäten
Lungomare degli Artisti (Künstlerpromenade): Ein 1 Kilometer langer Mosaikweg aus Millionen farbiger Fliesen, gestaltet von Meistern des 20. Jahrhunderts.
Jorn House Museum: Das ehemalige Wohnhaus des dänischen Künstlers Asger Jorn. Es ist ein Gesamtkunstwerk, in dem Architektur, Garten und Keramik zu einer Einheit verschmelzen.
Keramikwerkstätten: Besuchen Sie Pozzo Garitta, einen historischen Platz, an dem viele Künstler noch immer ihre Ateliers betreiben. Oft können Sie ihnen bei der Arbeit zusehen oder an einem Töpferkurs teilnehmen.
Villa Faraggiana: Ein Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert mit beeindruckenden Fresken und einem Garten im italienischen Stil.
Festivals
Internationales Majolika-Festival (April/Mai): Ein stadtweites Keramikfest mit Ausstellungen, Workshops und Freiluftmärkten.
Fest der Nostra Signora della Concordia (8. September): Der Gedenktag der Schutzpatronin mit religiösen Prozessionen und traditionellen Feierlichkeiten.
Die Geburt der Tiefe: Eine Unterwasser-Krippe aus Keramik, die ein Aushängeschild der lokalen Tauch- und Kunstszene ist.
Natur
Die Strände: Albissola besitzt einige der schönsten Sandstrände Liguriens (das ansonsten größtenteils aus Kieselstränden besteht). Der Ort wird regelmäßig mit der Blauen Flagge für Wasserqualität ausgezeichnet.
Bau Bau Village: Einer der bekanntesten und bestausgestatteten Hundestrände Italiens – ideal für Reisende mit Hund.
Wanderwege im Hinterland: Unmittelbar hinter der Stadt bieten die Hügel über 65 km Wander- und Mountainbike-Strecken mit Panoramablick auf den Golf von Genua.
Regionaler Naturpark Beigua: Nur eine kurze Autofahrt entfernt bietet dieser UNESCO Global Geopark zerklüftete Berglandschaften, die steil ins Meer abfallen.