Georgioupoli ist ein bezauberndes Küstenstädtchen an der Nordwestküste Kretas, eingebettet in die üppig grüne Region Apokoronas. Es liegt ideal zwischen Chania (ca. 35 km östlich) und Rethymno (ca. 22 km westlich).
Geschichte: Vom Sumpf zum königlichen Namen
Antike Wurzeln: Das Gebiet war vermutlich der Standort des antiken Amphimalla, des Hafens der mächtigen Stadt Lappa (dem heutigen Argyroupolis).
Ein Neuanfang: Jahrhundertelang war das Gebiet ein unbewohnbares, von Malaria geplagtes Sumpfgebiet. Ende des 19. Jahrhunderts (um 1880) initiierte der Kaufmann Miltiades Papadogiannakis ein Projekt zur Trockenlegung der Sümpfe und zur Anpflanzung Tausender Eukalyptusbäume, um den Boden zu trocknen.
Der Name: Ursprünglich Almyroupolis (Salzwasserstadt) genannt, wurde die Stadt 1899 zu Ehren von Prinz Georg von Griechenland, dem Hochkommissar des autonomen Kretischen Staates, in Georgioupoli umbenannt.
Beschreibung: Georgioupoli ist eng mit dem Wasser verbunden. Die Stadt liegt an der Mündung des Flusses Almyros, wo Süßwasser auf das Meer trifft. Berühmt ist Georgioupoli für seine riesigen Eukalyptusbäume, die den Ortseingang und den Marktplatz säumen und selbst im Hochsommer angenehmen Schatten spenden. Die Stadt besticht durch ihre entspannte, familienfreundliche Atmosphäre mit einer Mischung aus traditionellen Tavernen und modernen Resorts.
Typische Gerichte: Kreta ist ein wahres kulinarisches Paradies, und Georgioupoli bildet da keine Ausnahme. Probieren Sie unbedingt:
Dakos: Ein knuspriges Gerstenbrot mit geriebenen Tomaten, zerbröseltem Mizithra (einem lokalen Weißkäse), Oregano und reichlich Olivenöl.
Gamopilafo: Ein traditionelles „Hochzeitsreisgericht“, gekocht in einer reichhaltigen Ziegen- oder Lammbrühe.
Staka me Ayga: Ein köstliches Gericht aus pochierten Eiern, serviert mit Staka (einer Mehlschwitze aus Ziegenmilch).
Frische Meeresfrüchte: Dank des Flusses Almyros und des Meeres gehören frischer Fisch, gegrillter Oktopus und Seeigel zu den Spezialitäten der Hafentavernen.
Sfakian Pies: Dünne, pfannkuchenartige Pasteten, gefüllt mit Ziegenkäse und beträufelt mit Thymianhonig.
Aktivitäten & Natur
Agios Nikolaos Kapelle: Das Wahrzeichen der Stadt – eine kleine weiße Kirche auf einer Felseninsel am Ende eines langen, schmalen Steindamms. Ein Spaziergang dorthin bei Sonnenuntergang ist ein absolutes Muss.
Kournas-See: Nur 4 km landeinwärts gelegen, ist dies der einzige natürliche Süßwassersee Kretas. Sie können Tretboote mieten, um die dort lebenden Wasserschildkröten zu beobachten und die Bergkulisse zu genießen.
Strandleben: Die Stadt bietet einen 9 km langen Sandstrand, der sich nach Osten erstreckt, während der kleinere Strand von Kalyvaki (auf der anderen Flussseite) für sein kühleres, erfrischendes Wasser bekannt ist.
Naturschutzgebiet: Das Almyros-Sumpfgebiet ist ein Naturschutzgebiet und ein Paradies für Zugvögel, Reiher und Schildkröten.
Safari & Wandern: Viele Besucher nutzen Georgioupoli als Ausgangspunkt für Jeep-Safaris in die Weißen Berge oder für Tagesausflüge zur Samaria-Schlucht.
Feste
Nautische Woche: Sie findet alle zwei Jahre Anfang Juli statt und bietet Bootsrennen, Musik und maritime Feierlichkeiten.
Agios Georgios (23. April): Als Namensgeber der Stadt ist das Fest des Heiligen Georg ein bedeutendes lokales Ereignis, das oft mit traditioneller Musik und Tänzen verbunden ist.
15. August: Wie im Rest Griechenlands wird auch hier Mariä Himmelfahrt mit großen Panigiria (Dorffesten) in den umliegenden Hügeln von Apokoronas gefeiert.
Sardinenfest: Findet häufig im Spätsommer/Anfang September in den nahegelegenen Gebieten von Souda oder Chania statt, wobei die lokalen Tavernen oft ihre eigenen Abende rund um das Thema Fisch veranstalten.