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Die Maas ist ein Département in der Region Grand Est im Nordosten Frankreichs und wurde nach dem Fluss benannt, der sich durch die Landschaft schlängelt. Oftmals im Schatten bekannterer Nachbarregionen wie dem Elsass oder der Champagne, ist die Maas ein verborgener Schatz, der eine faszinierende Mischung aus bewegter Geschichte, unberührter Natur und überraschend feiner Gastronomie bietet.

Historisch ist die Maas vor allem für die Schlacht um Verdun im Jahr 1916 bekannt, eine der längsten und verheerendsten Schlachten der Menschheitsgeschichte. Doch jenseits der Schlachtfelder ist sie ein Land der Renaissance-Architektur, des „Lothringer Kaviars“ (Johannisbeermarmelade) und ruhiger Wasserwege.

1. Geschichte: Von römischen Festungen zur „Heiligen Straße“
Die Geschichte der Maas ist eng mit ihrer Geografie verbunden. An der Ostgrenze Frankreichs gelegen, diente sie jahrhundertelang als Pufferzone und Tor.

Frühe Geschichte und Mittelalter
Die Region war vor der Ankunft der Römer vom keltischen Stamm der Mediomatrici besiedelt. Unter römischer Herrschaft entwickelte sich das Maastal zu einer wichtigen Handels- und Militärroute. Verdun (damals Virodunum) war bereits eine befestigte Stadt.

Der Frieden von Verdun (843 n. Chr.): Hier fand eines der bedeutendsten politischen Ereignisse der europäischen Geschichte statt. Das Reich Karls des Großen wurde unter seinen drei Enkeln aufgeteilt, wodurch die Grundlage für die modernen Staaten Frankreich und Deutschland gelegt wurde.

Das Herzogtum Bar: Im Mittelalter wurde der südliche Teil des Départements von den mächtigen Grafen und späteren Herzögen von Bar beherrscht. Bar-le-Duc, die heutige Hauptstadt, entwickelte sich zu einem Zentrum für Kunst und Macht und rivalisierte mit dem benachbarten Herzogtum Lothringen.

Die Renaissance: Im 16. Jahrhundert erlebte die Maas eine kulturelle Blütezeit. Die Oberstadt (Ville Haute) von Bar-le-Duc zählt bis heute zu den schönsten Beispielen städtischer Renaissancearchitektur in Frankreich. In dieser Zeit wirkte auch der Bildhauer Ligier Richier, ein Meister des „Transi“-Stils, dessen eindringlich realistische Werke noch heute in den Kirchen der Region zu sehen sind.

Erster Weltkrieg: Die „Hölle von Verdun“
Die Identität des Départements Meuse veränderte sich 1914 für immer. Vier Jahre lang war das Département das Epizentrum des Ersten Weltkriegs.

Die Schlacht um Verdun (1916): Dieser 300 Tage dauernde Abnutzungskrieg forderte über 700.000 Opfer. Die Landschaft wurde so stark zerstört, dass mehrere „Märtyrerdörfer“ nie wieder aufgebaut wurden und heute als Geisterstädte existieren.

Die Voie Sacrée (Heilige Straße): Dies war die wichtigste Versorgungsader zwischen Bar-le-Duc und Verdun. Auf dem Höhepunkt der Schlacht fuhr alle 14 Sekunden ein Fahrzeug vorbei, um die französische Frontlinie mit Nachschub zu versorgen.

2. Beschreibung und Geografie
Die Maas zeichnet sich durch eine gerippte Landschaft aus, in der sich Kalksteinrücken (die Côtes de Meuse) mit üppigen Tälern und Lehmflächen abwechseln.

Das Maastal: Der Fluss fließt von Süden nach Norden und bildet einen grünen Korridor durch das Département. Er schlängelt sich gemächlich dahin und ist ideal für entspannten Tourismus.

Der Argonnerwald: Im Westen gelegen, war dieses dichte Waldgebiet im Ersten Weltkrieg Schauplatz heftiger Kämpfe und ist heute ein Rückzugsgebiet für Wildtiere und Wanderer.

Die Woëvre-Ebene: Östlich der Maasberge erstreckt sich diese weite, feuchte Ebene mit ihren Teichen und Sümpfen. Sie bildet das Herzstück des Regionalen Naturparks Lothringen.

Wichtige Städte:

Bar-le-Duc: Eine „Stadt der Kunst und Geschichte“, berühmt für ihr Renaissanceviertel.

Verdun: Weltweit bekannt als die „Hauptstadt des Friedens“.

Commercy: Ein ruhiges Städtchen, berühmt für sein Schloss und seine Kuchen.

3. Typische Speisen: „Lothringischer Kaviar“ und Zuckermandeln
Die Gastronomie der Maas-Region ist rustikal und doch raffiniert. Oftmals liegt der Fokus auf der Verarbeitung regionaler Früchte und traditioneller Zubereitungsmethoden.

Die berühmte Johannisbeermarmelade von Bar-le-Duc
Oft auch „Lothringischer Kaviar“ genannt, gilt diese Marmelade als eine der exklusivsten der Welt. Seit 1344 entfernen Spezialisten mit einer Gänsefeder die winzigen Kerne jeder einzelnen Johannisbeere, ohne die Schale zu beschädigen. Das Ergebnis ist eine Konfitüre aus ganzen Früchten, die schon Alfred Hitchcock und Victor Hugo begeisterte.

Dragées de Verdun (Zuckermandeln)
Verdun gilt seit 1220 als Hauptstadt der Dragées. Ursprünglich von einem Apotheker entwickelt, um die Einnahme von Medikamenten zu erleichtern und die Verdauung (und angeblich auch die Fruchtbarkeit) zu fördern, sind sie heute ein fester Bestandteil französischer Hochzeiten und Taufen. Das Maison Braquier stellt sie noch immer in traditionellen Kupferpfannen her.

Madeleines de Commercy
Der Legende nach backte 1755 eine junge Dienerin namens Madeleine Paulmier diese muschelförmigen Biskuitkuchen für Stanislaw Leszczynski, den Herzog von Lothringen. Er liebte sie so sehr, dass er sie nach ihr benannte. Berühmt wurden sie durch Marcel Proust in seinem Roman „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“.

Weitere regionale Spezialitäten:
Maas-Trüffel: Genauer gesagt die Tuber uncinatum (Burgundertrüffel), die auf den Kalkböden des Départements wächst.

Mirabellen: Das „Gelbe Gold Lothringens“. Obwohl sie in der gesamten Region angebaut werden, bringen die Obstgärten an den Hängen der Côtes de Meuse besonders süße Früchte hervor, die für Torten, Marmeladen und Brände verwendet werden.

Brie de Meaux (hergestellt in der Maas): Überraschenderweise stammt ein großer Teil des berühmten Brie de Meaux (AOP) aus der Region.Tatsächlich wird es in den Molkereien des Départements Meuse hergestellt.

4. Natur und Outdoor-Aktivitäten
Die Meuse ist ein wahres Outdoor-Paradies, besonders für alle, die „Slow Tourism“ bevorzugen.

Wassersport
Madinersee: Ein 1.100 Hektar großer Stausee, der als Naherholungsgebiet dient. Hier kann man segeln, windsurfen oder den 20 km langen Rundweg entlang des Sees mit dem Fahrrad erkunden. Er ist außerdem ein beliebtes Vogelbeobachtungsgebiet.

Die Maas: Ideal zum Kanu- oder Kajakfahren. Der „Meuse à Vélo“ (EuroVelo 19) ist ein bedeutender internationaler Radweg, der dem Fluss folgt.

Wandern und Wälder
Argonne-Wald: Bietet Hunderte Kilometer Wanderwege. Erkunden Sie den Kaisertunnel, einen unterirdischen deutschen Komplex aus dem Ersten Weltkrieg, tief im Wald gelegen.

Vent des Forêts: Ein einzigartiges „Freilichtmuseum“, in dem zeitgenössische Künstler entlang von 45 km Wanderwegen im Wald Werke schaffen. Es ist die perfekte Verbindung von Natur und moderner Kunst.

5. Feste und Veranstaltungen
Das Leben an der Meuse ist geprägt von traditionellen und kulturellen Festen.

Festival Renaissance (Bar-le-Duc): Dieses Festival findet im Juli statt und ist eines der bedeutendsten Straßentheater- und Zirkusfestivals Frankreichs. Es bietet eine faszinierende Kulisse vor der Kulisse der Architektur aus dem 16. Jahrhundert.

Des Flammes à la Lumière (Verdun): Im Sommer findet in einem ehemaligen Steinbruch die größte Ton- und Lichtshow Europas zum Ersten Weltkrieg statt. Hunderte Freiwillige stellen das Leben von Soldaten und Zivilisten während der Schlacht nach.

Nikolaustag (Dezember): Wie im übrigen Lothringen wird der Heilige Nikolaus (der Schutzpatron der Region) Anfang Dezember mit Umzügen und Lebkuchen enthusiastischer gefeiert als der Weihnachtsmann.

6. Geschäfte und lokales Kunsthandwerk
Wenn Sie auf der Suche nach authentischen Souvenirs sind, werden Sie an der Meuse fündig, wo man auf handwerkliche Kleinproduktion setzt.

Lothringen: In vielen Orten gibt es Boutiquen mit regionalen Produkten – halten Sie Ausschau nach Mirabellenseifen, Honig aus der Region und Keramik aus der Argonne.

Fabrikverkäufe: In Verdun können Sie im Fabrikverkauf von Maison Braquier Dragées kaufen. In Commercy bieten mehrere Bäckereien (wie z. B. A la Cloche Lorraine) frisch gebackene Madeleines in dekorativen Blechdosen an.

Lokale Märkte: Der Samstagmorgenmarkt in Bar-le-Duc oder der Freitagsmarkt in Verdun sind die besten Orte, um Bauernkäse und saisonales Obst und Gemüse zu finden.
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