Die Azoren, oft als „Hawaii Europas“ bezeichnet, sind ein portugiesischer Archipel aus neun Vulkaninseln im Nordatlantik. Bekannt für ihre atemberaubenden smaragdgrünen Landschaften, geothermische Aktivität und tief verwurzelte Seefahrertradition, sind sie ein Paradies für Naturliebhaber und Abenteurer.
Geschichte
Entdeckung: Die Azoren wurden vermutlich um 1427 vom portugiesischen Seefahrer Diogo de Silves entdeckt.
Besiedlung: Die Kolonisierung begann 1439, vorwiegend durch Portugiesen von der Algarve und dem Alentejo, aber auch durch flämische, französische und spanische Siedler.
Strategischer Knotenpunkt: Jahrhundertelang waren die Inseln ein wichtiger Anlaufpunkt für Schiffe auf dem Weg zwischen Europa, Afrika und Amerika.
Vergangenheit des Walfangs: Historisch gesehen waren die Azoren ein bedeutendes Zentrum des Walfangs (beeinflusst von amerikanischen Walfängern im 18. Jahrhundert). Heute hat sich dies vollständig gewandelt: Naturschutz und erstklassige Walbeobachtung stehen im Mittelpunkt.
Natur & Landschaft
Die Inseln sind in drei Gruppen unterteilt (Ost-, Zentral- und Westinsel), jede mit ihrem eigenen Charakter:
Sete Cidades (São Miguel): Ikonische Zwillingsseen (einer blau, einer grün) in einer riesigen Vulkancaldera.
Monte Pico (Pico): Der höchste Berg Portugals (2.351 m). Die Weinberge der Insel gehören zum UNESCO-Welterbe und wachsen in einzigartigen, aus schwarzem Lavagestein gefertigten Gehegen.
Algar do Carvão (Terceira): Einer der wenigen Orte weltweit, an dem man in einen echten Vulkanschlot hineingehen kann.
Thermalquellen: Furnas (São Miguel) ist ein geothermisches Wunderland mit sprudelnden Calderen und eisenhaltigen Thermalbädern wie dem Terra Nostra Garden.
Typische Küche
Die azorische Küche ist herzhaft und nutzt die vulkanische Hitze und die reichhaltigen Zutaten des Atlantiks.
Cozido das Furnas: Ein Fleisch- und Gemüseeintopf, der in Metalltöpfen vergraben und 5–6 Stunden lang mit unterirdischem Vulkandampf gegart wird.
Bolo Lêvedo: Ein leicht süßes, rundes Brot (ähnlich einem englischen Muffin), das ursprünglich aus Furnas stammt.
Lapas Grelhadas: Gegrillte Napfschnecken, serviert in ihren Schalen mit Butter, Knoblauch und Paprikasoße.
Queijo de São Jorge: Ein berühmter, gereifter, würziger und fester Käse von der Insel São Jorge.
Frische Ananas: Angebaut in traditionellen Steingewächshäusern auf São Miguel; sie sind kleiner und viel süßer als typische Ananas.
Feste & Geschäfte
Feste:
Santo Cristo dos Milagres (São Miguel): Findet in der fünften Woche nach Ostern statt und ist das größte religiöse Fest des Archipels mit blumengeschmückten Straßen.
Sanjoaninas (Terceira): Ein zehntägiges Fest im Juni mit Paraden, Konzerten und traditionellen „Touradas à Corda“ (Stierlauf am Seil).
Espírito Santo: Wird von Mai bis September auf allen Inseln gefeiert, mit gemeinschaftlichen Festessen und „Heiliger-Geist-Suppe“.
Shopping:
Tee: Besuchen Sie die Gorreana-Teefabrik (São Miguel), Europas älteste Teeplantage, und kaufen Sie Bio-Schwarz- und Grüntee.
Keramik: Entdecken Sie die traditionelle blau-weiße Keramik von Cerâmica Vieira in Lagoa.
Stickerei: Terceira ist berühmt für seine kunstvollen, handgefertigten Weißstickereien.
Aktivitäten, die Sie unbedingt unternehmen sollten: Wal- und Delfinbeobachtung: Beobachten Sie bis zu 28 verschiedene Walarten, darunter Pottwale und Blauwale (am besten im April/Mai).
Canyoning: Abseilen Sie sich an Wasserfällen in den üppigen Dschungeln von São Jorge oder Flores ab.
Wandern: Die Inseln bieten Hunderte Kilometer markierter Wanderwege, die durch Küstenplateaus (Fajãs) und Kraterränder führen.
Baden im Meer: Besuchen Sie die natürlichen Lavabecken von Biscoitos (Terceira) oder das Thermalwasser von Ferraria (São Miguel).