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Gubbio, in der Region Umbrien gelegen, ist als „Stadt aus Stein“ berühmt. Sie zählt zu den ältesten und am besten erhaltenen mittelalterlichen Städten Italiens und erhebt sich eindrucksvoll an den Hängen des Monte Ingino.

Geschichte & Beschreibung: Gubbios Wurzeln reichen bis in die Zeit der alten umbrischen Zivilisation zurück, lange vor den Römern. Ihr bedeutendstes historisches Artefakt sind die Eugubinischen Tafeln (3.–1. Jahrhundert v. Chr.), sieben Bronzetafeln in umbrischer Sprache, die heute im Palazzo dei Consoli aufbewahrt werden.

Die Steinstadt: Die Stadt ist ein Labyrinth aus steilen, engen Gassen und Kalksteingebäuden. Ein einzigartiges architektonisches Merkmal ist die „Totenpforte“ (Porta del Morto) – besonders schmale Türen neben den Haupteingängen vieler mittelalterlicher Häuser, die der Legende nach nur zum Hinaustragen der Särge Verstorbener dienten.

Piazza Grande: Dies ist einer der bemerkenswertesten mittelalterlichen Plätze Italiens. Es handelt sich um einen „hängenden Platz“, der wie eine riesige Terrasse über das darunterliegende Tal ragt und vom gotischen Palazzo dei Consoli und dem Palazzo Pretorio flankiert wird.

Typische Speisen
Gubbio ist ein bedeutendes gastronomisches Zentrum Umbriens, das sich auf einfache, herzhafte Berggerichte spezialisiert hat:

Trüffel: Gubbio ist berühmt für seine weißen und schwarzen Trüffel, die oft mit Strangozzi (dicken, handgemachten Nudeln) serviert werden.

Crescia al Panaro: Ein traditionelles Fladenbrot, das auf einer heißen Steinplatte (Testo) gebacken und typischerweise mit lokalem Prosciutto, Wurst oder Wildkräutern gefüllt wird.

Friccò all’eugubina: Ein reichhaltiger, langsam geschmorter Fleischeintopf (meist Huhn, Lamm oder Kaninchen) mit Tomaten, Knoblauch und aromatischen Kräutern.

Baccalà alla Ceraiola: Stockfisch, der in Milch eingelegt und mit Tomaten und Rosmarin gekocht wird – ein traditionelles Gericht während des Ceri-Festivals.

Ganascioni: Eine typische Süßigkeit, hergestellt von den Nonnen von Santa Lucia, die oft mit Barcarola (Gerstenkaffee mit Anislikör) genossen wird.

Aktivitäten & Geschäfte
Funivia Colle Eletto: Eine aufregende (und etwas furchteinflößende) offene Seilbahn in Form eines Vogelkäfigs, die Sie vom Stadtzentrum hinauf zur Basilika San Ubaldo bringt.

Fontana dei Matti (Brunnen der Verrückten): Befindet sich vor dem Palazzo del Bargello. Der Legende nach erhält man eine offizielle „Lizenz für Verrückte“, wenn man dreimal um den Brunnen läuft und sich von einem Einheimischen mit seinem Wasser „taufen“ lässt.

Keramikgeschäfte: Gubbio ist weltberühmt für seine Majolika-Keramik, insbesondere für die Stücke mit ihrem einzigartigen rubinroten Glanz. Im historischen Zentrum finden Sie zahlreiche Werkstätten.

Leder und Schmiedeeisen: Die Stadt blickt außerdem auf eine lange Tradition hochwertiger Lederwaren und kunstvoller Schmiedearbeiten zurück.

Feste
Festa dei Ceri (15. Mai): Eines der ältesten und lebhaftesten Feste Italiens. Drei Teams tragen riesige, 4,5 Meter hohe Holzsäulen (Ceri), die mit Heiligenstatuen bekrönt sind, in einem wilden Wettlauf durch die steilen Straßen hinauf zum Berggipfel.

Palio della Balestra (Letzter Sonntag im Mai): Ein mittelalterlicher Armbrustwettbewerb zwischen den Bogenschützen von Gubbio und ihren Rivalen aus Sansepolcro, begleitet von Fahnenschwingen und historischen Kostümen.

Der größte Weihnachtsbaum der Welt: Jedes Jahr im Dezember werden über 800 Lichter an den Hängen des Monte Ingino zu einem riesigen Weihnachtsbaum angeordnet, der kilometerweit sichtbar ist.

Natur
Monte Ingino: Der Berg, der die Stadt überragt, bietet zahlreiche Wanderwege mit Panoramablick auf den Apennin.

Gola del Bottaccione: Eine nahegelegene Kalksteinschlucht von immenser wissenschaftlicher Bedeutung; Hier fanden Wissenschaftler Beweise für die Iridiumschicht, die zur Bestätigung der Asteroidentheorie des Dinosaurieraussterbens beitrug.

Regionalpark Monte Cucco: Nur 40 Minuten entfernt, ist dieser Park ein Paradies zum Wandern, Paragliding und Erkunden weitläufiger Karsthöhlen.

Franziskanenpfad: Ein spiritueller Wanderweg, der Gubbio mit Assisi verbindet und den Spuren des Heiligen Franz von Assisi folgt.
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