Das Naturschutzgebiet Bottsand ist ein einzigartiges Küstenjuwel an der Ostsee, etwa 15 Kilometer nordöstlich von Kiel. Es liegt an der Kieler Förde am Rande der Gemeinde Wendtorf.
1. Geschichte
Das Gebiet entstand vor etwa 150 Jahren durch natürliche Sandablagerungen und Küstenströmungen, wodurch ein fossiles Strandwallsystem entstand.
Schutz: Die ersten 15 Hektar wurden 1939 zum Naturschutzgebiet erklärt. 1987 wurde es auf seine heutige Größe von 91 Hektar deutlich erweitert.
Einfluss des Menschen: Das natürliche Wachstum der Nehrung nach Westen wurde 1972 durch den Bau einer neuen Mole für den Yachthafen Wendtorf gestoppt. Dieser Eingriff wandelte die dynamische Nehrung in eine stabilere Lagune um, die lokal als „Bodden“ bekannt ist.
2. Natur & Beschreibung
Bottsand ist ein typisches Beispiel für ein Haff-Nehrung-System (eine Landzunge, die eine Lagune bildet).
Landschaft: Das Naturschutzgebiet zeichnet sich durch eine Mischung aus Sandstränden, Primär- und Sekundärdünen, Salzwiesen, Schilfbeständen und Wattflächen aus.
Fauna: Es ist ein wichtiger Brut- und Rastplatz für seltene Vögel. Im Sommer können Sie Zwergseeschwalben, Küstenseeschwalben und Flussseeschwalben beobachten. Während des Vogelzugs (Frühling/Herbst) rasten Hunderte von Goldregenpfeifern und verschiedene Watvögel auf den Wattflächen.
Flora: Das Gebiet beherbergt spezialisierte Küstenpflanzen wie Seegras in den küstennahen Gewässern und verschiedene salztolerante Halophyten (Salzwiesenpflanzen), die im Brackwasser der Lagune gedeihen.
3. Aktivitäten
Vogelbeobachtung: Dies ist die Hauptaktivität. Da das Naturschutzgebiet selbst streng geschützt und größtenteils für Fußgänger gesperrt ist (zum Schutz brütender Vögel), verläuft entlang des Deichs und des Schutzwalls ein 6 km langer Rad- und Wanderweg, der hervorragende Aussichtspunkte bietet.
Geführte Naturwanderungen: Lokale Naturschutzgruppen bieten häufig geführte Wanderungen an (insbesondere im Sommer), um das einzigartige Ökosystem zu erklären, ohne die Tierwelt zu stören.
Radfahren: Das Gebiet ist ein beliebter Stopp auf dem Ostseeküsten-Radweg.
Wassersport: Der nahegelegene Yachthafen Wendtorf und die umliegenden Strände sind beliebte Ziele zum Segeln, Windsurfen und Kitesurfen, obwohl diese Aktivitäten innerhalb des Naturschutzgebiets verboten sind.
4. Typische Küche
Als Küstenregion in Schleswig-Holstein ist die Küche stark von norddeutscher Hausmannskost geprägt:
Kieler Sprotten: Kleine, geräucherte Fische, die eine regionale Spezialität sind. Traditionell werden sie im Ganzen gegessen – mit Kopf, Schwanz und Gräten.
Fischbrötchen: Frische Fischröllchen (mit Matjeshering, Räucherlachs oder frittiertem Fisch) werden an kleinen Ständen in der Nähe des Jachthafens verkauft.
Birnen, Bohnen und Speck: Ein traditioneller Eintopf aus Birnen, grünen Bohnen und Speck – ein klassisches süß-herzhaftes Gericht der Region.
Pharisäer: Starker Kaffee mit einem Schuss Rum und Schlagsahne (traditionell in einer Tasse serviert, damit der Rumgeruch nicht auffällt).
5. Einkaufsmöglichkeiten & Infrastruktur
Im Naturschutzgebiet selbst gibt es keine Geschäfte (um seinen unberührten Charakter zu bewahren). Einkaufsmöglichkeiten:
Marina Wendtorf: Direkt neben dem Naturschutzgebiet gelegen, bietet sie einen kleinen Supermarkt, Geschäfte für maritime Bekleidung sowie mehrere Restaurants und Cafés mit Blick auf die Lagune.
Laboe: Eine größere Stadt in der Nähe (ca. 6 km entfernt) mit einer größeren Auswahl an Boutiquen, Bäckereien und dem bekannten Marine-Denkmal und U-Boot-Museum.
6. Festivals & Veranstaltungen
Kieler Woche: Sie findet jedes Jahr im Juni statt und ist die größte Segelveranstaltung der Welt sowie das zweitgrößte Festival Deutschlands. Obwohl Kiel im Mittelpunkt steht, erwacht die gesamte Förde – einschließlich der Gewässer bei Bottsand – zum Leben.
Wendtorfer Strandfeste: Im Sommer finden am Strand regelmäßig Fischfeste, Live-Musik-Veranstaltungen und Beachvolleyball-Turniere statt.
Weihnachtsmärkte: Ende November und im Dezember laden nahegelegene Dörfer wie Probsteierhagen oder die Stadt Kiel zu traditionellen Weihnachtsmärkten mit regionalem Kunsthandwerk und Glühwein ein.
Besuchertipp: Der frühe Morgen ist die beste Zeit für Vogelbeobachtungen, da es später am Tag durch Tagesausflügler und Radfahrer recht voll werden kann. Am einfachsten erreicht man die Gegend mit dem Fahrrad oder indem man die Fähre von Kiel nach Laboe nimmt und die letzten 6 km Küstenstrecke zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegt.