Framura gilt oft als einer der bestgehüteten Geheimtipps der ligurischen Riviera. Anders als die nahegelegene, lebhafte Cinque Terre ist es eine verstreute Gemeinde (Comune Sparso), bestehend aus fünf kleinen mittelalterlichen Weilern – Anzo, Ravecca, Setta, Costa und Castagnola –, die sich den Berg hinab zum Meer erstrecken.
Geschichte
Mittelalterliche Wurzeln: Die Geschichte des Ortes ist bis ins 13. Jahrhundert eng mit den Familien Da Passano und Lagneto verbunden, bevor er von der Republik Genua annektiert wurde.
Deckungsarchitektur: Die Dörfer sind vertikal angelegt, um Schutz vor sarazenischen Piratenangriffen zu bieten. In Costa kann man noch den karolingischen Wachturm aus dem 9. Jahrhundert besichtigen, der einst zur Signalgebung diente.
Zweiter Weltkrieg: Ein düsteres, aber bedeutendes Kapitel der Ortsgeschichte sind die Missionen der „Operation Ginny“, bei denen amerikanische Kommandos versuchten, einen nahegelegenen Eisenbahntunnel zu sprengen. Sie wurden gefangen genommen und hingerichtet – eine Geschichte, an die eine Gedenktafel in der Gegend erinnert.
Beschreibung der fünf Weiler
Framura ist kein einzelner Ort, sondern erstreckt sich über mehrere Dörfer:
Costa: Das höchstgelegene Dorf mit der romanischen Kirche San Martino und dem alten karolingischen Turm.
Castagnola: Bekannt für seine üppigen Kastanienwälder und die Kirche San Lorenzo, in der ein Gemälde des berühmten genuesischen Künstlers Luca Cambiaso hängt.
Setta: Das administrative Zentrum, geprägt von seinem Wachturm aus dem 15. Jahrhundert und der Kapelle San Rocco.
Ravecca: Eine kleine, ruhige Ansammlung von Häusern mit einem ausgeprägt mittelalterlichen Flair.
Anzo: Am Meer am nächsten gelegen, mit zwei Wachtürmen aus dem 15. Jahrhundert und der neugotischen Kapelle Unserer Lieben Frau vom Schnee.
Typische Küche
Die Küche vereint Elemente vom Land und aus dem Meer und basiert auf Wildkräutern und fangfrischem Fisch.
Gattafin: Große, frittierte Ravioli, gefüllt mit Wildkräutern (aus den Hügeln), Eiern und Käse. Ursprünglich aus Levanto stammend, sind sie hier ein Grundnahrungsmittel.
Pesto & Focaccia: Wie in ganz Ligurien sind das lokale Pesto und die ölreiche Focaccia unverzichtbar.
Gefüllte Sardellen: Frisch gefangene Sardellen, gefüllt mit Knoblauch, Majoran und Semmelbröseln, anschließend gebacken oder frittiert.
Sciacchetrà: Ein seltener, süßer „heroischer“ Wein, hergestellt aus Trauben, die an den steilen, terrassierten Klippen wachsen.
Aktivitäten & Natur
Ciclopedonale Maremonti: Ein flacher, atemberaubender 5 km langer Weg für Radfahrer und Wanderer, der durch alte Eisenbahntunnel führt und Framura mit Bonassola und Levanto verbindet.
Wandern: Der Weg zum Monte Sant'Agata bietet Panoramablicke auf die gesamte Küste, während der Abstieg von Castagnola zum Yachthafen eine wunderschöne Wanderung durch Olivenhaine ist.
Das Meer: Framuras Hafen wird von Ciamia, dem größten Felsen Liguriens, eingerahmt. Das Wasser ist außergewöhnlich klar (Blaue Flagge) und daher ein Hotspot zum Schnorcheln und Tauchen (insbesondere zum Wrack des Zerstörers „Marcella“).
Einkaufen & Feste
Einkaufen: Luxusboutiquen sucht man hier vergebens. Stattdessen findet man kleine Lebensmittelläden mit lokalem Olivenöl, Honig und Wein. Pastificio Dasso ist bei Einheimischen für seine frische Pasta beliebt.
Festa della Madonna del Mare: Am ersten Sonntag im August findet dieses magische Fest in Framura statt. Tausende von schwimmenden Kerzen werden im Meer ausgesetzt und vom Felsen Ciamia aus wird ein Feuerwerk gezündet.
San-Martino-Fest: Es wird im November im Weiler Costa gefeiert und bietet traditionelle Speisen und lokalen Wein.